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Schon von 2010 bis 2019 hatte die Beethovenstiftung Bonn innerhalb ihres Klangkunst-Projektes bonn hoeren jährlich namhafte Klangkünstler*innen zu Stadtklangkünstler*innen berufen. Nun bildet die nachhaltige Arbeit von bonn hoeren die Basis für das neue Klangkunst-Projekt echoes – soundforum bonn.

echoes – soundforum bonn verbindet die künstlerische und wissenschaftliche Forschung in der Stadt mit der Expertise des Museum Koenig als Kooperationspartner. Klangkunst und Naturwissenschaft stellen gemeinsam Fragen zum Themenkomplex Natur, Naturzerstörung, Biodiversität und Nachhaltigkeit. Das künstlerische Ausstellungsprojekt findet vom 01.09. bis 04.12.2022 im Museum Koenig statt.

Stadtklangkünstler Bonn 2022

Die Beethovenstiftung Bonn hat den 12. Stadtklangkünstler seit 2010 berufen.

Die Beethovenstiftung für Kunst und Kultur der Bundesstadt Bonn hat den renommierten kanadischen Klangkünstler Robin Minard zum Stadtklangkünstler Bonn 2022 berufen. Der 68-Jährige arbeitet in diesem Jahr während seiner künstlerischen Forschungsresidenz in Bonn mit den Wissenschaftler*innen des Zoologischen Forschungsmuseum Alexander Koenig (ZFMK) als Kooperationspartner zusammen. Außerdem ist er Teil einer künstlerisch-wissenschaftlichen Forschungsexpedition. Aus beiden Projekten enstehen im Anschluss an die Reise klangkünstlerische Arbeiten vor Ort.

Schon von 2010 bis 2019 hatte die Beethovenstiftung Bonn innerhalb ihres Klangkunst-Projektes „bonn hoeren“ jährlich namhafte Klangkünstler*innen zu Stadtklangkünstler*innen berufen. Nun bildet die nachhaltige Arbeit von „bonn hoeren“ die Basis für das neue Klangkunst-Projekt „echoes – soundforum bonn 2022“.

Robin Minard

Robin Minard  wurde 1953 in Montreal geboren, studierte Musiktheorie und Komposition in Kanada und Paris. Seit den frühen 1980er Jahren konzentriert sich seine Arbeit auf den Bereich der elektroakustischen Komposition und der Klanginstallationskunst. Von 1997 bis 2021 war er Professor für elektroakustische Komposition und Klangkunst an der Hochschule für Musik Franz Liszt und der Bauhaus-Universität in Weimar, wo er gleichzeitig auch Direktor des Studios für elektroakustische Musik (SeaM Weimar) war. Seine Werke, zu denen u.a. elektroakustische Kompositionen, Klanginstallationen, Klangskulpturen und Radiokunstproduktionen gehören, wurden weltweit auf Festivals, in Museen, im Rundfunk und im öffentlichen Raum präsentiert.

www.robinminard.de

Chundua – Froschträume

1. September — 4. Dezember 2022

Eintritt zur Sonderausstellung ist frei!

Museum Koenig Bonn / Hörsaal / Adenauerallee 160, 53113 Bonn
Dienstag bis Sonntag, 10:00 — 18:00 (Mittwoch bis 21:00)
Tagesaktuelle geänderte Öffnungszeiten:
Mittwoch, 05.10.2022, 10:00 — 16:00
Mittwoch, 12.10.2022, 10:00 — 14:00
Mittwoch, 19.10.2022, 10:00 — 17:00
Donnerstag, 20.10.2022, 10:00 — 12:00
Dienstag, 25.10.2022, nicht geöffnet!
Mittwoch, 26.10.2022, 10:00 — 18:00
Freitag, 28.10.2022, nicht geöffnet!

Die Klanginstallation Chundua – Froschträume ist inspiriert von einer Erzählung der Arhuaco über die Bewohner der Sierra Nevada. Es heißt, dass sie in ihren Hängematten liegen und sich vorstellen, zwischen der realen und der spirituellen Welt zu schweben.
In Anlehnung daran präsentiert die Ausstellung akustische Bilder des kolumbianischen Regenwaldes in traumähnlichen Sequenzen, in
denen Materialien durch Erinnerung und Vorstellungskraft vermischt und umgewandelt werden.

Im Frühjahr 2022 reiste Robin Minard gemeinsam mit Biologen der Universität aus Santa Marta für eine biologische Forschungsexpedition in das UNESCO-Biosphärenreservat der Sierra Nevada de Santa Marta im Norden Kolumbiens. Dort nahm er die Geräusche des Regenwaldes auf, insbesondere die große Vielfalt der Frösche, die in diesem Gebiet leben. Für die dort lebenden indigenen Arhuaco sind Frösche mit dem Wasser, der Quelle des Lebens, verbunden und gelten daher als heilige Tiere.

Chundua, eine Bergregion der Sierra Nevada, ist für die Arhuaco das Herz der Welt. In ihrer Überlieferung haben das Leben, die Weisheit und das Gesetz hier ihren Ursprung. Sie glauben, dass alle Menschen Chundua brauchen. Genauso aber braucht Chundua die Menschen und deren bewussten Umgang mit der Umwelt, um das Gleichgewicht auf der Erde zu erhalten.

Diese Ausstellung ist das erste Projekt von echoes – soundforum bonn der Beethovenstiftung für Kunst und Kultur der Bundesstadt Bonn, das künstlerische und wissenschaftliche Forschung verbindet. Zum diesjährigen Jahresthema Biodiversität arbeitet der für 2022 berufene Bonner Stadtklangkünstler Robin Minard eng mit der Forschungssektion Herpetologie am Museum Koenig Bonn des Leibniz-Instituts zur Analyse des Biodiversitätswandels (LIB) zusammen.

Chundua – Fröschträume Audio-Trailer, Robin Minard

Technische Entwicklung & Media Art Handling: Ludger Hennig
Technische Mitarbeit: Daniel Schulz
Ausstellungsaufbau Wand: Markus Oppenländer
Museumsteam: Rainer Wollsiefen, Uwe Vaartjes
Grafische Gestaltung: milchhof berlin
Kurator und Projektleitung: Carsten Seiffarth
Fotos: José Luis Pérez-Gonzáles, Hernan Darío Martínez Urrea,
Robin Minard, Carsten Seiffarth

Expedition Kolumbien

24. April – 8. Mai 2022

Der Stadtklangkünstler Bonn 2022 – Robin Minard – war zu Vor-Ort-Recherchen in Bonn und dann mit Biologen der Universidad del Magdalena in Santa Marta auf einer großen Forschungsexpedition im tropischen Regenwald der Sierra Nevada in Nordkolumbien. Neben Tonaufnahmen von ca. 20 verschiedenen Froscharten und ihrer Umgebung fanden Interviews mit Stammesführern der dort lebenden indigenen Einwohner statt.